Spiegel Seelen

28.03.2021

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Information zum Buch

Verlag: Self - Publish

Erscheinungsdatum: 29 Juni 2020

Autorin: Jess J. S. 

Buchlänge: 213 Seiten

Genre: Psychothriller

Format: Paperback / Kindle Edition

ISBN: 979-8613036219

Preis: 

Paperback : 9,51 Euro

Kindle Edition: 0,00 Euro


Klappentext

Wenn man einen geliebten Menschen verliert, kommt man oft nicht über den Schmerz des Verlustes hinweg. Durch die Trauer angetrieben kann man sich leicht in unbekannte paranormale Gebiete verirren. In der Hoffnung noch einmal zu ihrer erst kürzlich verstorbenen Oma Kontakt aufnehmen zu können, begibt sich Xenia mit ihrer besten Freundin in ein gefährliches Abenteuer das im Nachgang schlimmere Auswirkungen offenbart, als es zuerst den Anschein machte. 


Rezension

Bevor ich mit meiner Rezension beginne, danke ich der wunderbaren und lieben Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Basis Information

Ich - Perspektive

Vergangenheitsform

________________

Der Beginn der Geschichte wirft uns direkt hinein in einen super spannenden Mythos. 

Genau genommen geht es hierbei um die Seelenwanderung nach dem Tod. Um es der Seele zu ermöglichen in den Himmel zu gelangen und auf direkten Wege dorthin zu finden, hängt man für eine bestimme Zeit alle Spiegel ab oder verdeckt sie. Denn durch das Ebenbild könnte der Teufel ein Spielchen mit einem spielen und einen somit auf eine falsche Fährte in die Hölle führen.

Der Start klang für mich absolut vielversprechend und thematisch mehr als nur spannend, auch wenn mir hierbei direkt die Frage aufkam: Okay, da bin ich gespannt wie wir aus dieser Thematik einen wirklichen Psychothriller hinbekommen und die passenden Aspekte dafür ausbuddeln. 

Doch ich blieb optimistisch, da es mich wie bereits erwähnt trotz allem direkt interessiert und gepackt hat.

Doch leider gingen einige Punkte viel zu schnell in einem Klischee unter und verschlingen den Story Inhalt gnadenlos. 

Das uns altbewährte Spirit Board kam zum Vorschein. Mag natürlich nicht gleich bedeuten das wir die 0815 Geschichte geboten bekommen, jedoch sinkt die Hoffnung, 

Was ist das Ziel? Unsere bisherige Protagonistin, möchte mit ihrer kürzlich verstorbenen Oma kommunizieren. Ein kleiner Prolog der uns in die eigentliche Geschichte führen soll, so wie man ihn aus sämtlichen Horrorfilmen bereits kennt.

Und wie es das Schicksal natürlich so will, ist es nicht die gute Seele der verstorbenen Dame die sich an die jungen Mädchen hängt, nein man hat das Böse ins Haus gelassen und dies will nicht mehr so schnell gehen.

Der Prolog besteht aus knappen 40 Seiten und zog sich für meinen Geschmack leider etwas zäh dahin. Auch wenn der Start vielversprechend schien so fühlte ich mich irgendwann gefangen zwischen Klischee und dem bereits bekannten. 

Leider bekommt man während des Prologs auch nicht die Chance auf eine geplante Lesepause. Denn zeitliche, personenbezogene oder generelle Kapitelunterteilungen gibt es hier noch nicht. 

Gott sei Dank änderte sich dies, sobald wir mit der Hauptgeschichte beginnen. Hätte es hierbei generell keine Kapiteleinteilungen gegeben, so wäre ich maßlos enttäuscht gewesen. 

Um nicht zu spoilern, erläutere ich im weiteren Verlauf nur, das unsere Protagonistin nun von dunklen Mächten heimgesucht wird und mit ihrem Schicksal hadert. Für Leser und Fans des Paranormalen Horror sicherlich ein guter Griff innerhalb des Bücherregals. 

Im Verlauf stellten sich für mich einige Passagen offen, die ich so mit der Autorin leider nicht teilen konnte.

Es fehlte mir ab und an in gewisser Weise an Verständnis und Realismus. Da dieses Buch als Psychothriller und nicht als Horror Roman veröffentlicht wurde, nehme ich mir den Punkt des Realismus einfach mal heraus.

Um eine Situation als Beispiel zu nennen: Unsere Protagonistin sitzt bei einem Arzt und soll eine Blutabnahme erhalten. Hierbei wird alles bis ins kleinste Detail unnötigerweise beschrieben. Wie sieht der Butterfly aus? Ein langer Schlauch führte von der Nadel hinab und dieser mündete dann in der Öffnung der Röhrchen. Hier wird das Blut dann aufgefangen und gesammelt.

So ungefähr kann man sich gewisse Situation vorstellen. Für mich nicht ganz nachvollziehbar und ersichtlich. Wollte man uns damit etwas bestimmtes sagen? Leidet die Protagonistin an einer Krankheit oder Psychose die mir entgangen ist?

Falls nicht, dann ist es schlicht und ergreifend die Art der Erzählung und das Aufdrängen an zu detailreichen Aspekten, die mir einfach nicht gefallen haben. Ein bisschen Vorstellungskraft und Wissen dem Leser zu überlassen sagt mir da doch eher zu. Dies ist aber eine persönliche Meinung und reine Geschmackssache in meinem Fall.

Ab und an verfolgen uns immer mal wieder kleine Tippfehler oder gar fehlende Worte , die das Lesen etwas stören und nicht unbedingt vereinfachen. 

Im Großen und Ganzen kann ich leider nicht zu 100% bestätigen, das ich so richtig warm mit diesem Buch wurde. Sein es die Geschehnisse , die Protagonisten oder auch die Darstellung einiger Situationen.

Zu viele Dinge empfinde ich einfach nicht nach.

Doch nun wenden wir einmal das Blatt und schauen auf die Kehrseite, denn dieses Buch lebt garantiert nicht nur von seinen leider auch negativ vorhandenen Seiten.

Denn eines kann ich euch sagen: Brutalität, Gewalt und Blut kommen hier sicherlich nicht zu kurz. Es gab sehr wohl Szenen die wiederum grandios und äußerst gekonnt umgesetzt worden und an denen ich absolut meinen Spaß hatte. 

Gepaart mit einem Hauch von schwarzen Humor. Schade das diese Seite der Protagonisten nicht mehr und stärker bearbeitet wurde, ich glaube somit hätte das Buch einiges an Tiefe und einen ganz besonderen Charme gewonnen.

Was mich ganz besonders gepackt hat und für mich die größte Stärke des Buches war, war der Verfall des jungen Mädchens welchen man förmlich und absolut offensichtlich beobachten und als Leser verfolgen konnte. Man empfand so etwas wie Mitleid und Nähe. Eine wirklich packende Darstellung die ich mir ebenfalls in diesem Ausmaß mehr gewünscht hätte.

Denn auch das Ende war etwas ganz besonderes mit einer grandios durchdachten Parallele zurück zum Anfang der Geschichte. Ein tragisches Schicksal zweier Mädchen, die es vielleicht hätten ändern oder gar verhindern können, hätte sie in gewissen Momenten nur anders gehandelt. Die Tragik ist absolut zu spüren und erweckt ein mulmiges Gefühl, so viel steht fest.

Fazit: Liebe Darkies, was soll ich sagen. Ich glaube diese Rezension spricht für sich und deshalb möchte ich der lieben Jess diese Worte noch einmal sagen: Du bist eine wunderbare Person und trotzdem eine tolle Autorin die garantiert etwas drauf hat. So viele wiederum starke Moment innerhalb deines Buches, die mich haben spüren lassen, das du etwas ganz besonderes bist und ein Talent in dir schlummert. Du schaffst es Spannung aufzubauen, wenn du nur die richtigen Worte und Parallelen findest. Du schaffst es den Leser zu packen, sei es auf der Basis des Grauens, Mitleids oder der Angst und ich denke diese Punkte sind bereits Beweis genug dafür, das da etwas in dir steckt. 

Nur dieses Buch im Großen und Ganzen war einfach nicht mein persönlicher Fall. Es wirkte zu klischeebeladen und fast etwas einfallslos. 

Ich konnte lange keinen wirklichen Bezug zu der Protagonistin aufbauen, bis wir uns langsam Richtung Ende bewegten und ich dort plötzlich deine mir bekannten Stärken innerhalb des Schreibens wiederfand. 

Auch die Kategorisierung des Genres ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Vorgestellt wird dieses Werk als ein Psychothriller. Leider, konnte ich als Leser hierbei keinen offensichtlichen Merkmale dafür finden und würde es persönlich viel mehr als einen Horror Roman einstufen. 

Für alle Leser da draußen, die Lust haben auf ein kleines paranormales Abenteuer, die sollten diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. 

Von mir bekommt es leider nur, aber dafür ganz lieb gemeinte 2,5/5 Fledermäuse.