Ich bringe den Tod

25.01.2021

Du stirbst, wenn ich es will


Information zum Buch

Verlag: Independently published

Erscheinungsdatum: 2 Januar 2021

Autor: Jutta Maria Herrmann

Genre: Psychothriller

Buchlänge: 260 Seiten

Format: Softcover

ISBN: 979-8589570991

Preis: 9,99 Euro


Klappentext

Es gibt Dinge, die für immer im Verborgenen bleiben sollten.
Ist mein Vater ein Mörder? Die Antwort darauf hat Ninas Mutter mit ins Grab genommen, doch Nina kann mit dieser Ungewissheit nicht leben. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und findet sich plötzlich in einem Albtraum wieder, aus dem es kein Entkommen gibt.
Zur gleichen Zeit macht Simon Jagd auf einen grausamen Mörder, auf dessen Liste er selbst ganz oben steht. Er glaubt, ihn zu kennen - ein Irrtum, für den er teuer bezahlen muss. Und nicht nur er


Rezension

Bevor ich mit meiner Rezension beginne, möchte ich der lieben Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars danken.

Grundfakten zum Buch:

- Erzählperspektive 

- Vergangenheitsform 

Unser Hauptfaktor liegt in diesem Fall auf zwei ganz besonders wichtigen Protagonisten. Denn dessen Wege sollen auf eine ganz besondere Art und Weise zusammengeführt werden. Ein Geheimnis verbindet Schicksal und Leben. 

Unsere beiden Protagonisten schimpfen sich Nina und Simon. 

Welches Ziel hierbei beide verfolgen und weshalb beide auf wunderweise Art und Weise zusammenfinden kann man gewisser Weise dem Klappentext entnehmen. Hierzu möchte ich mich aber bewusst nicht weiter äußern , um folgende Leser nicht zu spoilern. 

Ich kann nur sagen: Eine grandiose Idee und ein toller Verlauf.

Doch nicht nur die Perspektive dieser beiden Persönlichkeiten erleben wir, nein. Die Autorin hat für mich etwas komplett neues erzeugt. Ein wirkliches Leseerlebnis, welches mich enorm positiv überrascht hat.

Sofern wir die Ansicht von Nina und Simon aus der Perspektive des Erzählers und der Vergangenheitsform erleben, so wendet sich das Blatt einmal um 180 Grad, geht es um den wohlmöglichen Mörder/Täter, der uns natürlich namenslos vorgelegt wird.

Was für eine atemberaubende Idee um dem Bösewicht eine Menge an Präsenz und Gewicht zu verleihen. Kaum schlüpfen wie in seine Haut verwandelt sich die Perspektive in die Ich- Perspektive und wir leben im hier und jetzt, erleben das Verfahren akut. Doch wer sind wir ? Was wollen wir ? 

Fragen kommen auf und erschaudern uns. Nie habe ich solch einen Twist im Aufbau erlebt, wirklich absolute große Klasse !

Die Thematik allein gesehen, ist eine wunderbare Idee die bei der Masse in Sachen Schauernd und Thriller auch sicherlich zieht. Für meinen Geschmack bietet dieses feine Stück jedoch nicht den gewissen " Kick " um sich einen gekonnten Psychothriller zu schimpfen. 

Thriller Aspekte? Auf jeden Fall vorhanden. 

Psycho? Hm, dafür fehlt es mir auf Dauer einfach an einem Spannungsbogen der sich von Seite zu Seite immer weiter auftürmt und beinahe zu explodieren scheint, begibt man sich Richtung Finale. 

Da gewisse Ermittlungsaspekte uns kaum verwehrt bleiben können, sollten diese zum mitdenken animieren. Doch hierbei erleben wir vielmehr einen straighten Verlauf ohne große Probleme oder Sackgassen die es zu durchbrechen heißt. 

Demnach hat man meiner Meinung nach viele kleine Möglichkeiten etwas vertan, um den Leser auf Hochtouren zu halten und keinesfalls die Lust am weiteren lesen zu nehmen. 

Es gibt weder Abweichungen noch erwünschte Mind-Fuck Momente, die ich mir ab und an in einem Psychothriller schon wünsche.  Solche Schwerpunkte suchen wir beinahe vergebens. Sehr schade, denn oftmals ziehen sich Kapitel einfach und entspannt durch das Geschehen.

Auch gegen Ende hin gibt es ein paar Punkte, die mich eher gegen dieses Werk sprechen lassen, was natürlich ganz allein meinem Geschmack entspricht. Denn ich als Leser bekam das Gefühl man wolle mir gewisse Indizien und Standpunkte aufdrücken. Als hätte ich kaum eine gewisse Freiheit in Sachen eigener Fantasie.

Sehr schade, denn somit geht viel an schauriger Selbstvorstellung verloren und wir bekommen fest vorgeschrieben wie es zu laufen hat.

Was mich leider besonders enttäuscht hat, war der eher plumpe und unspektakuläre Epilog. Er wirkt beinahe einfach nur dahingeklatscht. 

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar entspannt und man kommt gut durch die Kapitel, ohne sich in Logiklücken zu verwickeln. 

Auch die Kapitellängen sind klasse unterteilt und sind den einzelnen Protaginsten zugewandt. 

Fazit: Für mich ein Buch das eher in Richtung Thriller als Psychothriller geht. Mir fehlt einiges an Spannungsbogen und schauriger Mind-Fuck Momente. Auch das mit rätseln und denken bleibt außen vor. Wir bekommen den straighten Verlauf vorgelegt und auch spätere Indizien bekommen sofort ihren festen Platz.

Für mich hat dieses Buch ein kleinen wenig an Potenzial verschenkt und hätte gewisse Momente spannender gestalten können.

Trotzdem eine wirklich tolle und gute Idee Protagonisten und den Verlauf zusammenzuführen. Für alle da draußen die eine Schwäche für Thriller haben, sicherlich mal einen Blick ins Buch wert. 

Auch das Ende + Epilog waren nicht unbedingt nach meinem Geschmack. 

Ein großen Pluspunkt möchte ich für die geniale Schreibform und den internen Sprung des Täters vergeben. Einer der ersten Bücher die ich so in dieser Form erlebt habe.

Von mir bekommt dieses Buch 3/5 Fledermäuse.