Daniel Leitner

20.11.2020

Autoren Interview mit Daniel Leitner

Copyright: Die Rechte liegen bei der abgebildeten Person Daniel Leitner


Steckbrief


Geburtstag: 17.06.1992

Geburtsort: Wels/Oberösterreich

Sternzeichen: Zwilling

Familienstand: Ledig ( Aber in festen Händen seit 8 Jahren.)

Hobbys: Singen, Schreiben, Youtube Videos drehen, Musicalverein

Welches Genre lese ich am liebsten?: Thriller, Psychothriller, Autobiografien

Lieblingsessen: Kürbislasagne


Interview mit Daniel Leitner zu " Und mit mir die Dunkelheit"


Zeilenmoerderin: Als an die Öffentlichkeit kam , dass diesmal eine zusammenhängende Reihe dein nächstes Projekt wird war ebenfalls schnell ,klar in welche Richtung diese gehen wird. Deine Leser würden sicherlich gerne wissen, woher du die Inspiration für diese genommen hast. Stimmt es, dass unter anderem die Serie AHS ein wichtige Quelle der Inspiration für dich ist?

Daniel: Das stimmt definitiv! Es war kurz nach der Veröffentlichung meines letzten Thrillers MUTTERMAL - eine ehemalige Arbeitskollegin hat mir geschrieben, dass sie gerne mal etwas von mir in Richtung American Horror Story lesen möchte. Ja, ich hab dann die Idee weitergesponnen und muss ja sagen, dass ich ein riesiger Fan der Horrorserie bin. Im Juni hab ich mich dann drei Tage in einer Hütte verschanzt und die Idee für die Buchserie entwickelt. Wichtig ist mir auch immer, dass etwas Kritisches mit einfließt. Bei "Und mit mir die Dunkelheit" war es ganz klar, die Heuchelei vieler Menschen - womit auch ich mich leider sehr oft auseinandersetzen muss. Aber auch das Thema Erwachsenwerden spielt eine große Rolle. Ich bin ein sehr nostalgischer Mensch und gerade in der jetzigen Situation werde ich gerne sentimental und schwelge in Erinnerungen. Dass die Welt, wie man sie durch Kinderaugen sieht, eine völlig andere ist, muss man als Erwachsener schnell lernen. Was ja leider oftmals auch sehr traurig sein kann.


Zeilenmoerderin: Wer " Und mit mir die Dunkelheit" noch nicht gelesen hat, der sollte wissen, dass wir neben den okkulten Aspekten auch wirklich familiären und zwischenmenschlichen Tiefgang geboten bekommen. Inwiefern kamst du auf die Idee, gerade eine Familie an diesen literarischen Tiefpunkt gelangen zu lassen? Was ist deine Message hierbei an die Leser dort draußen?

Daniel: Die Familie wird ja meist mit Geborgenheit, Rückhalt, Unterstützung und Liebe assoziiert. Ich selbst habe eine sehr innige Beziehung zu meinen Eltern, weiß aber, dass dies nicht überall der Fall ist. Familie ist manchmal aber auch ein sehr schwieriges Thema, gerade wenn es um die Wünsche und Forderungen der Eltern an die Kinder geht. Da habe ich vielleicht unbewusst ein bisschen mein Outing verarbeitet. Im Buch geht es zwar nicht um ein Outing im eigentlichen Sinn - was ja meistens mit der sexuellen Orientierung verbunden wird - sondern um ein religiöses Outing. In "Und mit mir die Dunkelheit" erleben wir ein Elternpaar das den Kindern ein gewisses Weltbild vermittelt, obwohl sich Mutter und Vater selbst nicht daran halten - wo wir wieder bei der Heuchelei wären. Ich denke, dass sich jeder Leser, jede Leserin, etwas aus dem Buch mitnehmen kann und möchte da eigentlich auch gar nicht zu viel spoilern. Was ich aber ganz klar sagen möchte ist, dass jeder seinen eigenen Weg gehen sollte und sich weder von den Eltern, der Familie, den Freunden oder der Gesellschaft verunsichern lassen sollte. 


Zeilenmoerderin: In meinen Augen hatte dein aktuelles Werk enorme psychologische Aspekte zu bieten. Wie sehr lassen sich gewisse Parteien manipulieren, welche Überzeugungskraft kostet es - erschreckender weise nicht besonders viel. Dies hast du wirklich phänomenal dargestellt und für den Leser widergespiegelt. Doch wie hast du diese Verhaltensweisen recherchiert? Hast du nach freier Schnauze geschrieben oder hast du dich in Sachen okkulter Anhänger innerhalb der Psyche sachlich informiert?

Daniel: Natürlich habe ich mich in Sachen Okkultismus und Sektengemeinschaften eingelesen. In Sachen Psychologie hat mir eine wahnsinnig liebe Freundin sehr geholfen. Sie selbst ist Psychologin und arbeitet hauptsächlich mit Jugendlichen zusammen. Denn auch wenn die Geschichte in einem fiktiven Ort spielt, ist es mir immer wichtig, dass die psychologischen Hintergründe nachvollziehbar und realitätsnah sind - so erschreckend sie auch sein mögen.  


Zeilenmoerderin: Wie recherchierst du generell für ein Buch? Suchst du alle Informationen im Internet, oder wälzt du persönlich auch gerne selbst in Büchern oder erfährst eine Menge wichtiger Aspekte innerhalb deines sozialen Umkreises? Einige Autoren analysieren ja auch sehr gerne im stupiden Alltag.

Daniel: Also bei mir ist es definitiv ein Mix aus allem. Manche Sachen sind schneller im Internet zu recherchieren - bei gewissen Themen arbeite ich mich durch Bücher und Erfahrungsberichte. Bei Protagonisten und anderen Figuren achte ich wiederum sehr auf mein Umfeld. Das ist vielleicht aber auch der kleine Schauspieler in mir. Gerade bei meinem vorigen Buch "MUTTERMAL" habe ich mich extrem in die beiden Hauptfiguren hineinversetzt. Es war eine intensive Zeit und ich muss gestehen, dass ich nach den letzten Zeilen sogar geheult habe - weil es eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle war. Im Vorhinein hab ich sehr ausführlich an den Protagonisten gearbeitet und es war ein unbeschreibliches Erlebnis die beiden im Buch dann aufeinander loszulassen. Die eine oder andere Figur mit den Eigenschaften einer Freundin oder eines Bekannten zu zeichnen, ist ein wahnsinnig toller Prozess. 


Zeilenmoerderin: Da " Und mit mir die Dunkelheit" wie bereits erwähnt eine Reihe werden soll, schwirren sicherlich bereits eine Menge Ideen durch deinen Kopf. Was kannst du den neugierigen Lesern bereits versprechen? Ein kleiner Hinweis darauf was uns noch erwarten könnte?

Daniel: Sehr gute Frage! Grundsätzlich sind alle Geschichten bereits fertig. Es war mir aber sehr wichtig, mir einen gewissen Freiraum zu lassen. Da ich manchmal ein sehr chaotischer Mensch bin und mich schon in diversen Dilemmas wiederfand - wo ich eine Idee hatte, die dann ausgearbeitet habe und nach wenigen Tagen schon wieder ein anderes Projekt hatte, das mir wichtiger war - wollte ich eben einiges noch nicht fixieren. Die "Velvet Cove Reihe" erzählt in jedem Band eine andere Geschichte, wobei alle Hauptfiguren miteinander verbunden sind. Manche Charaktere kommen in allen Büchern vor - andere vielleicht nur einmal. Aber eines sei verraten, es wird niemals langweilig. 


Zeilenmoerderin: Zum Schluss würde uns noch einer deiner absoluten Lieblingszitate interessieren.

Daniel: Keiner von uns kommt lebend hier raus. Also hört auf, Euch wie ein Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Sagt die Wahrheit und tragt Euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anders ist Zeit. (Anthony Hopkins)



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