Christian Maria Paul

17.07.2020

Autoren Interview mit Christian Maria Paul


Steckbrief

  • Geburtsdatum: 02.05. 1973
  • Geburtsort: Bad Neuenahr

  • Sternzeichen: Stier

  • Familienstand: Getrennt

  • Hobbys: Bogenschießen, Schach, Taschenuhren reparieren

  • Welches Genre liest der Autor persönlich am liebsten? : Ich liebe die Bücher von Phillipe Dijan, John Irving und dem großen Charles Bukowski. Lese aber auch häufig Biografien

  • Lieblingsessen: Zuviel 


Interview

Zeilenmoerderin: Du bist bekannt, für dein letztes wirklich spezielles Werk " Gift". Das durch seine spezielle Basis der Underground Literatur aus der Masse heraussticht. Was genau versteht man darunter?

Christian Maria Paul: Es ist das Gleiche wie in der Musik. So wie es dort die großen Plattenfirmen gibt, die den Künstlern häufig ihre Vorstellungen diktieren, sind es in der Literatur die großen Verlage. Abseits des Mainstream gibt es aber auch Künstler, die ohne großen Partner komplett eigenverantwortlich arbeiten. Mir war es wichtig, das Ruder in der Hand zu halten. Mir schreibt niemand vor, wie oder was ich wann zu Schreiben habe. Selbst beim Cover kann ich mich als Selbstverleger ausleben. Bei einem Verlag ginge das nicht. Dazu kommt, dass ich mit der Art meine Bücher zu schreiben und auch mit deren Inhalt wohl eher ein Randgruppe der vielen Leser erreiche.

Zeilenmoerderin: In deinem Buch gibt es sehr viele versteckte Botschaften, bezogen auf eigene Erfahrungen und Ansichten. Das Werk ist nichtsdestotrotz sehr Zwiegespalten. Demnach würde mich interessieren, wie du selbst dich und deinen Charakter in wenigen Worten beschreiben würdest?

Christian Maria Paul: Meine Geschichten sind häufig teilautobiografisch, wenngleich sie dabei auch bewusst überzogen sind. Oft handeln sie von Menschen, die sich auf der Schattenseite der Gesellschaft befinden. Meine Protagonisten sind häufig Soziopathen, Alkoholiker, Außenseiter, Prostituierte und auch ich selbst in Form meines literarischen Alter Egos Victor Kalinski.

Charakterlich? Schwierig...vielleicht sehen das meine Mitmenschen ganz anders als ich. Ich kann aber so viel sagen, dass ich genau wie das Buch und das hast du ganz richtig empfunden, zwiegespalten bin. Ich bin allem schönen Dingen des Lebens zugetan, doch gibt es in mir seit frühester Kindheit einen starken Hang zu allem Mystischen und Dunklen! Eine tiefe Melancholie liegt über all dem. Welche Seite überwiegt? Sag du es mir...

Zeilenmoerderin: Wie organisierst du dich und deine " kreativen Phasen"? Gibt es so etwas, wie Rituale denen du nachgehst?

Christian Maria Paul: Ich schreibe jeden Tag. Und da ich immer an zwei Manuskripten arbeite, kenne ich keine Schreibblockaden. Sobald ich merke das ich aus dem "Flow" gerate, wechsle ich zum anderen Manuskript. Rituale? Bevor ich mich an meinen Schreibtisch setze, zünde ich am Bild meiner verstorbenen Eltern eine Kerze an. Ob die vielen Rotweinflaschen, die meine Haushälterin jede Woche zum Altglascontainer schleppt auch eine rituelle Bedeutung haben, kann ich nicht wirklich einschätzen.

Zeilenmoerderin: Welches Genre liegt dir deiner Meinung nach am meisten? Oder könntest du dir sogar vorstellen einen Liebesroman zu schreiben? Wonach gehst du bei deiner Differenzierung?

Christian Maria Paul: Ich denke, dass ich mit den beiden letzten Büchern, mit " Gift" und den " Seltsamen Verhaltensweisen der Anderen" einen Stil gefunden habe, den ich gerne perfektionieren möchte. Da ist noch viel Luft nach oben. Allerdings dürfen sich die Leser bei mir nie sicher fühlen. Neben einem Roman, der die Fortsetzung der Kurzgeschichte " Jessy" aus meinem aktuellen Buch "Gift" erzählt und ein komplett durchgedrehtes Buch werden wird ( und zu dem es im Sommer eine Sensation zu verkünden gibt), arbeite ich tatsächlich zur Zeit an einem romantischen Liebesroman. Dazu beginne ich in Kürze mit der Recherche zu einem historischen Familienepos.

Zeilenmoerderin: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen? War es schon immer ein großer Traum oder eher das plötzliche Geschehen mit unerwarteten Erfolg?

Christian Maria Paul: Einige Zeit nach dem Ende meiner erfolglosen Musikkarriere, brauchte ich ein Ventil um meine Kreativität herauszulassen. Ich beschloss darauf hin, ein Buch zu schreiben, dass ihnen meine Krankheit erklären sollte. Ich hatte keinen Bock mehr immer und immer wieder, dieselben dämlichen Fragen dazu zu beantworten. Geplant hatte ich, so grob 70 bis 80 Bücher zu verkaufen. Während ich " 5928 Stiche" schrieb, war mir aber schon klar, dass ich danach weiter schreiben würde.

Zeilenmoerderin: Welches ist dein Lieblingszitat und welche Parallelen hat es zu dir ?

Christian Maria Paul: Wenn jemand zu dir sagt " Das geht nicht", denk daran, es sind seine Grenzen. Nicht deine ! " Das schaffst du nie!", hat ein ehemaliger Freund zu mir gesagt, als ich ihm 2016, von meinem Plan erzählte, ein Buch zu schreiben.


Meine gelesenen Werke des Autoren



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